Erklärungen

Das Westjordanland ist ein Gebiet im Nahen Osten, das 1948 von Jordanien besetzt wurde. Seit dem israelischen Sieg über Jordanien im Sechstagekrieg 1967 wird es von Israel besetzt. 1988 hat Jordanien seinen Anspruch auf das Gebiet aufgegeben. Seit 1993 werden Teile des Gebiets von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet. Ramallah ist die Verwaltungshauptstadt der Palästinensischen Autonomiebehörder.
Tel Aviv ist die zweitgrößte Stadt Israels und liegt am Mittelmeer. In Tel Aviv wohnen Menschen aus aller Welt.
Die Palästinensische Autonomiebehörde übt die Regierungsfunktionen in den Palästinensischen Autonomiegebieten aus. Von der Mehrheit der Staaten der Welt werden die Autonomiegebiete politisch und geographisch nur eingeschränkt als Staat anerkannt. Da es keine palästinensische Regierung gibt, treten bei internationalen Verhandlungen die Parteien Fatah (Westjordanland) und Hamas (Gaza) als Regierungsvertreter auf.
Naqba
Der 14. Mai 1948 markiert sogleich den Tag der Unabhängigkeit Israels und der "Katastrophe" der palästinensischen Bevölkerung. Nach Jahren des Krieges und des gescheiterten Versuchs einer Zweistaaten-Lösung, wurde von den jüdischen Siedlern der israelische Staat gegründet. Der Begriff Naqba verweist auf die Flucht und Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung von ihrem Land und aus ihren Häusern, die im Rahmen dieses Krieges stattfanden.
|
Sfaa

Mein Name ist Sfaa. Ich bin 30 Jahre alt und Palästinenserin. Ich bin Jugendarbeiterin und lebe in Ramallah im Westjordanland, wo ich für die Palästinensische Autonomiebehörde arbeite. In meiner Arbeit beschäftige ich mich damit Jugendlichen in Ramallah zu helfen ihren Weg im Leben zu finden, - wie alle Jugendarbeiter überall, glaube ich. Seit einiger Zeit arbeite ich an einem für mich sehr ungewöhnlichen Projekt mit: Ich und meine Kollegen hier in Ramallah kooperieren in einem Projekt mit dem Parents´ Circle, einer israelischen Organisation aus Tel Aviv. In dem Projekt drehen Jugendliche aus Tel Aviv und Ramallah Videos über ihr Leben. Die beiden Gruppen stellen dann diese Videos auf einem Server und gucken sich die Filme der anderen Gruppe im Internet an. Dann filmen sie Film-Antworten auf das, was in den Filmen der anderen Gruppe gezeigt wurde. Dies ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit jüdischen Israelis zusammenarbeite. Ganz ehrlich habe ich nicht wirklich Lust dazu gehabt. Mein ganzes Leben lang habe ich unter der israelischen Besatzung im Westjordanland gelebt. Ich habe nichts gegen die Religion der Israelis, nichts gegen das Judentum. Solange sie an Gott glauben, sind sie auf dem richtigen Weg, denke ich. So denken auch meine Familie und Bekannten. Aber die israelischen Soldaten sind Besatzer hier in unserem Land. Sie haben unserem Volk das Land weggenommen, so wie die Kolonisatoren früher in Afrika oder Lateinamerika den Einheimischen einfach ihr Land gestohlen haben. In all diesen anderen Ländern ist das Unrecht wieder gutgemacht worden. Nur hier nicht. Das ist der Grund, warum ich mit den Israelis noch nie etwas zu tun haben wollte. Es sind nicht die Menschen an sich, gegen die ich etwas habe. Es ist das große Unrecht der Vergangenheit, die Naqba, dass es mir schwer machte von Null anzufangen und ihnen eine Chance zu geben. Wir leben in Unfreiheit. Wir werden von den israelischen Soldaten kontrolliert und können uns nicht frei bewegen. Und nun bin ich in diesem Projekt gelandet, dass einen Dialog zwischen Palästinensern und jüdischen Israelis will. Aber worüber sollten wir kommunizieren, fragte ich mich. Wie können wir uns als Menschen auf gleicher Ebene begegnen, solange wir Palästinenser und Palästinenserinnen nicht frei sind?
zurück
|
Informationen zu Israel

Karte vergrössern
Der Staat Israel liegt an der Ostküste des Mittelmeers. Angrenzend befinden sich die Palästinensischen Autonomiegebiete: Ostjerusalem und das Westjordanland im Osten und der Gaza-Streifen im Südwesten. Die Palästinensischen Autonomiegebiete sind kein unabhängiger Staat. Sie umfassen den gesamten Gaza-Streifen und 40 % der Fläche des von Israel besetzten Westjordanlandes.
Bevölkerung und Religionszugehörigkeit in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten:
Stand Oktober 2009. Quelle: The World Fact Book
|
|
Israel |
Westjordanland & Ostjerusalem |
Gaza-Streifen |
| Juden |
75.4% |
17% |
0%* |
| Araber |
20.6% |
83% |
99%** |
| Muslime |
16% |
75% |
99.3% |
| Christen |
2% |
8% |
0.7% |
| gesamt |
7.4 Mio. |
2.35 Mio. |
1.5 Mio. |
* Seit der Evakuation der Siedlungen im Jahr 2005.
** Keine genauen Zahlen verfügbar. Eine kleine Anzahl von Migranten aus Afrika und der Sowjetunion lebt im Gaza-Streifen.
zurück
|
Der Islam ist die Religion, die im Koran beschrieben ist. Der Koran ist ein Buch, das von seinen Gläubigen als das Wort des einzigen, unvergleichlichen Gottes (Allah) verstanden wird. Die religiösen Gesetze des Islam sind in den fünf Säulen des Islam beschrieben. Sie sind: Shahada (Glaubensbekenntnis), Salah (Gebet), Zakah (Almosen geben), Saum (Fasten während des Ramadan) und Hajj (Pilgerfahrt nach Mekka). Der Muezzin ruft mit dem Adhan-Gesang fünfmal am Tag zum Gebet, damit die Gläubigen ihre Pflicht erfüllen können.
Im Islam gibt es verschiedene Strömungen. Der Sunni Islam (Sunniten) ist weltweit die größte Strömung des Islam (85%). Eine weitere Strömung ist der Shi´a Islam (Shiiten). Etwa 15 % der Muslime weltweit sind Shiiten; sie leben vor allem im Iran, Irak, Aserbeijan, Bahrain, Oman und Libanon. Weltweit gibt es etwa 1,4 Milliarden Muslime.
|
Das Judentum ist die Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des jüdischen Volkes. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition; das heisst es gibt nur einen Gott. Gläubige Juden halten eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien ein, die sich auf ihre Handlungen beziehen. Die Strenge und der Umfang dieser Prinzipien sind innerhalb der verschiedenen Strömungen innerhalb der jüdischen Gemeinde unterschiedlich. Das Judentum gehört zu den Weltreligionen, obwohl ihm nur etwa 13,5 Millionen Menschen angehören. Dies hat historische Gründe: Das Judentum war die erste Weltreligion, und Christentum und Islam berufen sich beide auf die Überlieferungen des Judentums. Das Judentum ist nicht missionierend und akzeptiert (im Gegesatz zu Islam und Christentum), dass Gläubige anderer Religionen auch ein Leben nach dem Tod haben können.
Das ultra-orthodoxe Judentum ist die konservativste Form des orthodoxen Judentums. Ultra-orthodoxe Juden verstehen ihre Religion und ihre Rituale und Gebete als in einer ungebrochenen Kette mit Moses verbunden. Sie lehnen nicht-orthodoxe Juden als Abweichler vom "richtigen" Judentum ab.
|
Das Christentum ist eine Religion, die sich zum Glauben an einen dreifaltigen Gott - den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist - bekennt. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition, ebenso wie das Judentum und der Islam. Der Ursprung des Christentums liegt in Palästina zur Zeit der römischen Herrschaft zu Beginn des 1. Jahrhunderts. Weltweit gibt es etwa 2,3 Milliarden Christen. Im Nahen Osten gibt es heute noch christliche Gemeinden, die seit biblischen Zeiten existieren, so auch die christlichen Palästinenser im Westjordanland.
|
|
|