Erklärungen
Ostjerusalem ist der östliche Teil von Jerusalem. Er umfasst die Altstadt von Jerusalem, den Ölberg, und einige der heiligsten Stätten von Judentum, Christentum und Islam. Ostjerusalem war seit dem Palästinakrieg 1948 von Jordanien besetzt, bis er im Sechstagekrieg nach einem Angriff Jordaniens auf Westjerusalem 1967 von Israel erobert wurde. Ostjerusalem grent an das Westjordanland an.
Jerusalem

Jerusalem Altstadt

Ostjerusalem

Jerusalem Ghetto
Naqba
Der 14. Mai 1948 markiert sogleich den Tag der Unabhängigkeit Israels und der "Katastrophe" der palästinensischen Bevölkerung. Nach Jahren des Krieges und des gescheiterten Versuchs einer Zweistaaten-Lösung, wurde von den jüdischen Siedlern der israelische Staat gegründet. Der Begriff Naqba verweist auf die Flucht und Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung von ihrem Land und aus ihren Häusern, die im Rahmen dieses Krieges stattfanden.
Ein Checkpoint der israelischen Armee ist eine Strassenbarriere, die die Sicherheit in den israelischen Gebieten garantieren soll, indem sie verhindert, dass potentielle Attentäter ungehindert nach Israel und in die Siedlungen passieren. Autos und Fußgänger müssen sich einer Ausweiskontrolle durch israelische Soldaten unterziehen und die Weiterreise kann untersagt werden, oder sich um Stunden verzögern. Die meisten der Checkpoints befinden sich jedoch nicht nur an den Grenzen, sondern sind über das ganze Westjordanland verteilt.
Orit arbeitet "Machsom Watch", die die Soldaten an den Checkpoints kontrollieren.
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Sami

Mein Name ist Sami. Ich bin Palästinenser und ich lebe in Ostjerusalem. Jeden Morgen fahre ich über den Checkpoint nach West-Jerusalem, denn dort arbeite ich als Traktor-Fahrer. Seit dem Anschlag eines Traktorfahrers auf einen Bus in Westjerusalem im Sommer 2008 spüre ich, wie nervös mir jüdische Israelis begegnen, nur weil ich arabisch aussehe und einen Traktor fahre. Ich bin 50 Jahre alt und habe vier Kinder, die alle in Ostjerusalem zur Schule gehen. Ein älterer Bruder von mir ist vor vielen Jahren mit seiner Familie nach Berlin gezogen. Er wohnt in Neukölln. Er lebt dort sehr gut, wie es scheint. Trotzdem möchte ich Palästina nicht verlassen. Ich fühle, dass Jerusalem meine Heimat ist. Hier lebt meine Familie seit Generationen; hier stand bis zur Naqba unser Haus, und ich will hier bleiben, genau wie meine anderen Geschwister auch. Manchmal frag ich mich, wie mein Leben und das Leben meiner Kinder gewesen wäre, wenn ich auch nach Europa gegangen wäre. Aber meistens denke ich ehrlich gesagt nicht darüber nach. Ich bin beschäftigt das Geld zu verdienen für mich und meine Familie. Ich kann mich nicht beklagen, denn immerhin habe ich eine Arbeit - im Gegensatz zu vielen anderen. In meinem Arbeitstrupp arbeiten eigentlich nur palästinensische Ostjerusalemer, wie ich selbst. Jüdische Israelis gibt es da keine. Nicht, dass ich sie vermissen würde. Ich habe eigentlich nie Kontakt zu jüdischen Israelis, außer, wenn mich die jungen israelischen Soldaten und Soldatinnen am Checkpoint anhalten und ausfragen. Einige von den Soldaten sind ganz schön respektlos und an manchen Tagen komme ich wütend nach Hause. Aber ich habe auch schon andere Israelis erlebt: zum Beispiel die jüdischen Frauen, die die Checkpoints kontrollieren und sicherstellen, dass niemand von den Soldaten drangsaliert wird. "Wo es Schatten gibt, da muss es auch eine Sonne geben", denke ich dann immer.
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Informationen zu Israel

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Der Staat Israel liegt an der Ostküste des Mittelmeers. Angrenzend befinden sich die Palästinensischen Autonomiegebiete: Ostjerusalem und das Westjordanland im Osten und der Gaza-Streifen im Südwesten. Die Palästinensischen Autonomiegebiete sind kein unabhängiger Staat. Sie umfassen den gesamten Gaza-Streifen und 40 % der Fläche des von Israel besetzten Westjordanlandes.
Bevölkerung und Religionszugehörigkeit in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten:
Stand Oktober 2009. Quelle: The World Fact Book
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Israel |
Westjordanland & Ostjerusalem |
Gaza-Streifen |
| Juden |
75.4% |
17% |
0%* |
| Araber |
20.6% |
83% |
99%** |
| Muslime |
16% |
75% |
99.3% |
| Christen |
2% |
8% |
0.7% |
| gesamt |
7.4 Mio. |
2.35 Mio. |
1.5 Mio. |
* Seit der Evakuation der Siedlungen im Jahr 2005.
** Keine genauen Zahlen verfügbar. Eine kleine Anzahl von Migranten aus Afrika und der Sowjetunion lebt im Gaza-Streifen.
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Der Islam ist die Religion, die im Koran beschrieben ist. Der Koran ist ein Buch, das von seinen Gläubigen als das Wort des einzigen, unvergleichlichen Gottes (Allah) verstanden wird. Die religiösen Gesetze des Islam sind in den fünf Säulen des Islam beschrieben. Sie sind: Shahada (Glaubensbekenntnis), Salah (Gebet), Zakah (Almosen geben), Saum (Fasten während des Ramadan) und Hajj (Pilgerfahrt nach Mekka). Der Muezzin ruft mit dem Adhan-Gesang fünfmal am Tag zum Gebet, damit die Gläubigen ihre Pflicht erfüllen können.
Im Islam gibt es verschiedene Strömungen. Der Sunni Islam (Sunniten) ist weltweit die größte Strömung des Islam (85%). Eine weitere Strömung ist der Shi´a Islam (Shiiten). Etwa 15 % der Muslime weltweit sind Shiiten; sie leben vor allem im Iran, Irak, Aserbeijan, Bahrain, Oman und Libanon. Weltweit gibt es etwa 1,4 Milliarden Muslime.
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Das Judentum ist die Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des jüdischen Volkes. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition; das heisst es gibt nur einen Gott. Gläubige Juden halten eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien ein, die sich auf ihre Handlungen beziehen. Die Strenge und der Umfang dieser Prinzipien sind innerhalb der verschiedenen Strömungen innerhalb der jüdischen Gemeinde unterschiedlich. Das Judentum gehört zu den Weltreligionen, obwohl ihm nur etwa 13,5 Millionen Menschen angehören. Dies hat historische Gründe: Das Judentum war die erste Weltreligion, und Christentum und Islam berufen sich beide auf die Überlieferungen des Judentums. Das Judentum ist nicht missionierend und akzeptiert (im Gegesatz zu Islam und Christentum), dass Gläubige anderer Religionen auch ein Leben nach dem Tod haben können.
Das ultra-orthodoxe Judentum ist die konservativste Form des orthodoxen Judentums. Ultra-orthodoxe Juden verstehen ihre Religion und ihre Rituale und Gebete als in einer ungebrochenen Kette mit Moses verbunden. Sie lehnen nicht-orthodoxe Juden als Abweichler vom "richtigen" Judentum ab.
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Das Christentum ist eine Religion, die sich zum Glauben an einen dreifaltigen Gott - den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist - bekennt. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition, ebenso wie das Judentum und der Islam. Der Ursprung des Christentums liegt in Palästina zur Zeit der römischen Herrschaft zu Beginn des 1. Jahrhunderts. Weltweit gibt es etwa 2,3 Milliarden Christen. Im Nahen Osten gibt es heute noch christliche Gemeinden, die seit biblischen Zeiten existieren, so auch die christlichen Palästinenser im Westjordanland.
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