Erklärungen



Arabische Israelis
Im Jahr 2008 waren 20% der Bevölkerung Israels arabisch. Die Mehrheit dieser Gruppe sieht ihre Nationalität als palästinensisch und ihre Staatsangehörigkeit als israelisch. Die Mehrheit der arabischen Minderheit sind (Sunni) Muslime, aber es gibt ebenfalls eine große christliche Minderheit, als auch die Minderheit der Druzen.

Jaffa (arabisch "Yafo") war eine arabische Hafenstadt, die bereits in der Bibel erwähnt wurde. Heute ist Jaffa ein südlicher Stadtteil von Tel Aviv. In Jaffa wohnen immer noch vor allem arabische Israelis.





Zweistaaten-Lösung
Der Begriff Zweistaatenlösung bezeichnet die Vorstellung, daß ein eigenständiger palästinensischer Staat neben dem israelischen bestehen könnte und somit der Konflikt zwischen den beiden Parteien beigelegt werden könnte.

Khalil, Orit, Aaron sind für die Zweistaaten-Lösung, Fadel ist dagegen.

Khalil





Mein Name ist Khalil. Ich bin dreißig Jahre alt. Ich bin Palästinenser und israelischer Staatsbürger, also ein arabischer Israeli. Ich lebe in Jaffa im Süden von Tel Aviv, wo ich auch aufgewachsen bin. Ich liebe diesen Stadtteil, seine Händler, seine Kunstgalerien, die Cafes, in denen man orientalischen Tee bekommt oder Schischah rauchen kann, den Muezzin rufen hört, und danach in einem Buchladen zu einem Vortrag zum möglichen Frieden zwischen Palästinensern und Israelis gehen kann. Ich bin selbst Maler und Schriftsteller, und schreibe Geschichten über das Leben hier in Jaffa. Die palästinensischen Araber Israels sind die Minderheit in diesem Land, und die Situation ist schwierig. Unsere Schulen sind schlecht, und es ist sehr schwierig gute Arbeit zu finden oder gar Karriere zu machen, da die guten Stellen meistens an jüdische Israelis gehen. Es gibt auch Ausnahmen: mein Cousin zum Beispiel hat gerade eine Stelle als Professor an der Tel Aviv Universität bekommen! Wir sind sehr stolz auf ihn! Aber er hat auch sein ganzes Leben lang sehr hart dafür gearbeitet. Ich selbst halte mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Ich will das aber so, damit ich die Zeit habe zu malen und zu schreiben. In meinem Freundeskreis gibt es Juden und Palästinenser. Eine große Liebe von mir war jüdische Israelin. Wir haben uns sehr gut verstanden: politisch, menschlich, freundschaftlich. Am Ende hat die Liebe zwischen uns sich in Freundschaft verwandelt. Wir sind immer noch befreundet und sehen uns oft bei Veranstaltungen und Ausstellungen. Ich liebe die internationale Atmosphäre in Tel Aviv. Aber es stört mich, dass wir arabischen Israelis es als Minderheit so schwer haben ein gutes Leben zu führen. Es stört mich, dass manche jüdische Israelis im Bus misstrauisch gucken, wenn ich Arabisch spreche. Alles ist schwieriger für uns, sogar Häuser dürfen wir hier in Jaffa nicht bauen. Ich glaube fest, dass Juden und Araber sehr gut zusammen leben können, wie wir es lange getan haben. Aber der Staat muss mehr Gelder in das Schulsystem und das Sozialsystem stecken, damit die arabische Minderheit genau so viele Chancen hat wie die Juden. Und das Unrecht in den besetzten Gebieten muss enden. Ich bin für die Zweistaatenlösung. Es muss einen eigenständigen palästinensischen Staat geben, in dem auch wir arabischen Israelis leben könnten, wenn wir es wollten.

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Informationen zu Israel



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Der Staat Israel liegt an der Ostküste des Mittelmeers. Angrenzend befinden sich die Palästinensischen Autonomiegebiete: Ostjerusalem und das Westjordanland im Osten und der Gaza-Streifen im Südwesten. Die Palästinensischen Autonomiegebiete sind kein unabhängiger Staat. Sie umfassen den gesamten Gaza-Streifen und 40 % der Fläche des von Israel besetzten Westjordanlandes.

Bevölkerung und Religionszugehörigkeit in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten:
Stand Oktober 2009. Quelle: The World Fact Book

Israel Westjordanland & Ostjerusalem Gaza-Streifen
Juden 75.4% 17% 0%*
Araber 20.6% 83% 99%**
Muslime 16% 75% 99.3%
Christen 2% 8% 0.7%
gesamt 7.4 Mio. 2.35 Mio. 1.5 Mio.
* Seit der Evakuation der Siedlungen im Jahr 2005.
** Keine genauen Zahlen verfügbar. Eine kleine Anzahl von Migranten aus Afrika und der Sowjetunion lebt im Gaza-Streifen.




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Der Islam ist die Religion, die im Koran beschrieben ist. Der Koran ist ein Buch, das von seinen Gläubigen als das Wort des einzigen, unvergleichlichen Gottes (Allah) verstanden wird. Die religiösen Gesetze des Islam sind in den fünf Säulen des Islam beschrieben. Sie sind: Shahada (Glaubensbekenntnis), Salah (Gebet), Zakah (Almosen geben), Saum (Fasten während des Ramadan) und Hajj (Pilgerfahrt nach Mekka). Der Muezzin ruft mit dem Adhan-Gesang fünfmal am Tag zum Gebet, damit die Gläubigen ihre Pflicht erfüllen können. Im Islam gibt es verschiedene Strömungen. Der Sunni Islam (Sunniten) ist weltweit die größte Strömung des Islam (85%). Eine weitere Strömung ist der Shi´a Islam (Shiiten). Etwa 15 % der Muslime weltweit sind Shiiten; sie leben vor allem im Iran, Irak, Aserbeijan, Bahrain, Oman und Libanon. Weltweit gibt es etwa 1,4 Milliarden Muslime.

Das Judentum ist die Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des jüdischen Volkes. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition; das heisst es gibt nur einen Gott. Gläubige Juden halten eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien ein, die sich auf ihre Handlungen beziehen. Die Strenge und der Umfang dieser Prinzipien sind innerhalb der verschiedenen Strömungen innerhalb der jüdischen Gemeinde unterschiedlich. Das Judentum gehört zu den Weltreligionen, obwohl ihm nur etwa 13,5 Millionen Menschen angehören. Dies hat historische Gründe: Das Judentum war die erste Weltreligion, und Christentum und Islam berufen sich beide auf die Überlieferungen des Judentums. Das Judentum ist nicht missionierend und akzeptiert (im Gegesatz zu Islam und Christentum), dass Gläubige anderer Religionen auch ein Leben nach dem Tod haben können.

Das ultra-orthodoxe Judentum ist die konservativste Form des orthodoxen Judentums. Ultra-orthodoxe Juden verstehen ihre Religion und ihre Rituale und Gebete als in einer ungebrochenen Kette mit Moses verbunden. Sie lehnen nicht-orthodoxe Juden als Abweichler vom "richtigen" Judentum ab.

Das Christentum ist eine Religion, die sich zum Glauben an einen dreifaltigen Gott - den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist - bekennt. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition, ebenso wie das Judentum und der Islam. Der Ursprung des Christentums liegt in Palästina zur Zeit der römischen Herrschaft zu Beginn des 1. Jahrhunderts. Weltweit gibt es etwa 2,3 Milliarden Christen. Im Nahen Osten gibt es heute noch christliche Gemeinden, die seit biblischen Zeiten existieren, so auch die christlichen Palästinenser im Westjordanland.