Erklärungen
Wehrdienst in Israel
Es besteht Wehrpflicht für alle israelischen Bürger ab dem Alter von 18 Jahren. Männer als auch Frauen dienen in der Armee: Männer drei Jahre, Frauen zwei Jahre. Arabische Israelis sind vom Wehrdienst ausgenommen. Ersatzdienst ist nicht üblich und Wehrdienstverweigerer erhalten Gefängnisstrafen. Ausnahmen werden nur auf der Grundlage von Religion, und physischer und psychischer Krankheit gemacht.
Artikel in der taz:
Israelische Kriegsdienstverweigerer
"Soldat sein ist wie atmen"
Russische Minderheit
Seit dem Ende der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre sind etwa eine Million russischer Juden und ihre Angehörigen nach Israel immigriert.
Ein Checkpoint der israelischen Armee ist eine Strassenbarriere, die die Sicherheit in den israelischen Gebieten garantieren soll, indem sie verhindert, dass potentielle Attentäter ungehindert nach Israel und in die Siedlungen passieren. Autos und Fußgänger müssen sich einer Ausweiskontrolle durch israelische Soldaten unterziehen und die Weiterreise kann untersagt werden, oder sich um Stunden verzögern. Die meisten der Checkpoints befinden sich jedoch nicht nur an den Grenzen, sondern sind über das ganze Westjordanland verteilt.
Orit arbeitet "Machsom Watch", die die Soldaten an den Checkpoints kontrollieren.
|
Daniel

Mein Name ist Daniel. Ich bin Sergeant in der israelischen Armee. Ich bin mit 6 Jahren mit meiner Familie nach Israel gekommen. Davor haben wir in Nowgorod in der damaligen Sowjetunion gelebt. Unsere Familie lebt jetzt in Haifa im Norden von Israel. Hier gibt es ziemlich viele von uns Russen, wir sind etwa ein Viertel der Bevölkerung Haifas. Überall in der Stadt wird russisch gesprochen, und ich fühle mich auch als russischer Israeli. Es war komisch für mich als wir nach Haifa zogen und auf einmal klar wurde, dass es etwas ausmachte, dass ich nicht wirklich jüdisch bin. Mein Vater ist Jude, aber das war in der Sowjetunion nicht gerne gesehen, und wir haben nicht viel darüber gesprochen. Meine Mutter ist Christin, aber eigentlich hat unsere Familie einfach nicht viel mit der Religion am Hut gehabt. Jetzt hier in Israel wurde es auf einmal wichtig, ob ich Jude war oder nicht. Vor allem hier in der Armee bekomme ich das zu spüren, denn viele meiner Kameraden denken, dass unsere Familie nur die Chance genutzt hat als Juden nach Israel zu kommen und sie mögen uns russische Israelis nicht. Das Land Israel erkennt uns aber an als Israelis; wir haben nichts falsch gemacht. Nur manche meiner Kameraden sind eben traditionell und denken, dass Israelis auch Juden sein müssen. Aber das ist nicht die Realität! Es gibt hier Juden, Christen und Muslime und Atheisten; Russen, Äthiopier und Inder, und alle haben einen israelischen Pass, ob sie jüdisch sind oder nicht.
Ich bin jetzt im zweiten Jahr in der Armee und leiste meinen Wehrdienst ab. Im Moment bewache ich mit meiner Einheit Checkpoint Posten in der Westbank. Die Arbeit ist langweilig und ich hoffe, dass dieser Einsatz bald vorbei ist. Den ganzen Tag stehen wir in der heißen Sonne und atmen Abgase ein. Und dann kommen manche meiner Kameraden manchmal schlecht drauf und fangen an Ihre "Spiele" zu spielen mit den Palästinensern. Sie machen es ihnen extra schwer oder stellen ihnen Fragen, die sie eigentlich kein Recht zu stellen haben. Meistens ist es noch ok, aber manchmal gehen sie doch zu weit. Neulich ist die Situation außer Kontrolle geraten, weil ein Palästinenser austickte, und ich dachte schon, wir müssten jetzt auf ihn schießen. Ich persönlich halte mich raus und mache da nicht mit. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man gepiesackt wird. Ich kenne es mein ganzes Leben lang, und will da nicht mitmachen. Ich beiße mir auf die Zunge und zähle die Tage. Noch 17 Monate, dann bin ich hier draußen. Und dann fängt mein Leben an.
zurück
|
Informationen zu Israel

Karte vergrössern
Der Staat Israel liegt an der Ostküste des Mittelmeers. Angrenzend befinden sich die Palästinensischen Autonomiegebiete: Ostjerusalem und das Westjordanland im Osten und der Gaza-Streifen im Südwesten. Die Palästinensischen Autonomiegebiete sind kein unabhängiger Staat. Sie umfassen den gesamten Gaza-Streifen und 40 % der Fläche des von Israel besetzten Westjordanlandes.
Bevölkerung und Religionszugehörigkeit in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten:
Stand Oktober 2009. Quelle: The World Fact Book
|
|
Israel |
Westjordanland & Ostjerusalem |
Gaza-Streifen |
| Juden |
75.4% |
17% |
0%* |
| Araber |
20.6% |
83% |
99%** |
| Muslime |
16% |
75% |
99.3% |
| Christen |
2% |
8% |
0.7% |
| gesamt |
7.4 Mio. |
2.35 Mio. |
1.5 Mio. |
* Seit der Evakuation der Siedlungen im Jahr 2005.
** Keine genauen Zahlen verfügbar. Eine kleine Anzahl von Migranten aus Afrika und der Sowjetunion lebt im Gaza-Streifen.
zurück
|
Der Islam ist die Religion, die im Koran beschrieben ist. Der Koran ist ein Buch, das von seinen Gläubigen als das Wort des einzigen, unvergleichlichen Gottes (Allah) verstanden wird. Die religiösen Gesetze des Islam sind in den fünf Säulen des Islam beschrieben. Sie sind: Shahada (Glaubensbekenntnis), Salah (Gebet), Zakah (Almosen geben), Saum (Fasten während des Ramadan) und Hajj (Pilgerfahrt nach Mekka). Der Muezzin ruft mit dem Adhan-Gesang fünfmal am Tag zum Gebet, damit die Gläubigen ihre Pflicht erfüllen können.
Im Islam gibt es verschiedene Strömungen. Der Sunni Islam (Sunniten) ist weltweit die größte Strömung des Islam (85%). Eine weitere Strömung ist der Shi´a Islam (Shiiten). Etwa 15 % der Muslime weltweit sind Shiiten; sie leben vor allem im Iran, Irak, Aserbeijan, Bahrain, Oman und Libanon. Weltweit gibt es etwa 1,4 Milliarden Muslime.
|
Das Judentum ist die Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des jüdischen Volkes. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition; das heisst es gibt nur einen Gott. Gläubige Juden halten eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien ein, die sich auf ihre Handlungen beziehen. Die Strenge und der Umfang dieser Prinzipien sind innerhalb der verschiedenen Strömungen innerhalb der jüdischen Gemeinde unterschiedlich. Das Judentum gehört zu den Weltreligionen, obwohl ihm nur etwa 13,5 Millionen Menschen angehören. Dies hat historische Gründe: Das Judentum war die erste Weltreligion, und Christentum und Islam berufen sich beide auf die Überlieferungen des Judentums. Das Judentum ist nicht missionierend und akzeptiert (im Gegesatz zu Islam und Christentum), dass Gläubige anderer Religionen auch ein Leben nach dem Tod haben können.
Das ultra-orthodoxe Judentum ist die konservativste Form des orthodoxen Judentums. Ultra-orthodoxe Juden verstehen ihre Religion und ihre Rituale und Gebete als in einer ungebrochenen Kette mit Moses verbunden. Sie lehnen nicht-orthodoxe Juden als Abweichler vom "richtigen" Judentum ab.
|
Das Christentum ist eine Religion, die sich zum Glauben an einen dreifaltigen Gott - den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist - bekennt. Es hat seine Wurzeln in der abrahamischen Tradition, ebenso wie das Judentum und der Islam. Der Ursprung des Christentums liegt in Palästina zur Zeit der römischen Herrschaft zu Beginn des 1. Jahrhunderts. Weltweit gibt es etwa 2,3 Milliarden Christen. Im Nahen Osten gibt es heute noch christliche Gemeinden, die seit biblischen Zeiten existieren, so auch die christlichen Palästinenser im Westjordanland.
|
|
|